Eine Webseite für das eigene Business: WordPress, Ghost oder Shop-System?
Wer ein Business startet oder neu aufstellt, kommt an der Frage nicht vorbei: Womit baue ich meine Webseite? Zur Auswahl stehen klassische Baukästen, WordPress, Blog-Systeme wie Ghost und echte Shop-Systeme. Jedes hat seine Stärken. Die falsche Wahl wird erst später richtig teuer, nämlich dann, wenn man umziehen muss. Hier ist mein sachlicher Überblick, wann welches System passt.
Zuerst klären: Was soll die Seite leisten?
Bevor du dich für ein System entscheidest, beantworte diese Fragen:
- Willst du Besucher informieren (Firmenseite, Leistungen, Kontakt)?
- Willst du regelmäßig Inhalte veröffentlichen (Blog, News, Ratgeber)?
- Willst du Produkte verkaufen und Bestellungen, Zahlung und Versand abwickeln?
- Wie viel Zeit willst du in Pflege, Updates und Sicherheit stecken?
WordPress: flexibel, aber mit Pflegeaufwand
WordPress ist das am weitesten verbreitete Content-Management-System. Seine große Stärke ist die Flexibilität: Mit Themes und Plugins lässt sich fast alles abbilden, von der Visitenkarte bis zum Shop mit WooCommerce. Es gibt viele Dienstleister und viel Dokumentation.
Vorteile
- Sehr große Auswahl an Themes und Plugins
- Seitenbaukästen für flexible Layouts
- Viel Know-how am Markt, Hilfe ist leicht zu finden
Nachteile
- Updates von Kern, Themes und Plugins müssen regelmäßig eingespielt werden
- Viele Plugins erhöhen die Angriffsfläche und können sich gegenseitig stören
- Ohne Pflege wird eine WordPress-Seite schnell unsicher und langsam
Meine Hauptseite www.itsolon.com läuft auf WordPress. Das passt, weil dort verschiedene Inhalte und Leistungen untergebracht sind. Wichtig ist, dass jemand die Pflege wirklich übernimmt.
Ghost: schlank und auf Veröffentlichen ausgerichtet
Ghost ist eine Publishing-Plattform. Sie ist auf Blogs, Magazine und Newsletter ausgelegt. Der Editor ist angenehm, die Seiten laden schnell, und SEO-Grundlagen wie Sitemap, Meta-Angaben und strukturierte Daten sind eingebaut. Dieser Blog läuft auf Ghost.
Vorteile
- Schnell und aufgeräumt
- Wenig Wartungsbedarf, da kaum Plugins nötig sind
- Gut geeignet für Inhalte, die regelmäßig erscheinen
Nachteile
- Weniger Erweiterungen als bei WordPress
- Für komplexe Seitenlayouts und Shops nicht die erste Wahl
- Selbst betreiben setzt etwas Technik-Know-how voraus; alternativ gibt es gehostete Angebote
Shop-Systeme: wenn der Verkauf im Mittelpunkt steht
Sobald du Produkte verkaufst, brauchst du mehr als Seiten und Texte: Artikelverwaltung, Warenkorb, Zahlungsarten, Versand, Steuern, Rechnungen. Hier gibt es mehrere Wege:
- WooCommerce als Erweiterung für WordPress. Flexibel, aber du kümmerst dich selbst um Pflege und Rechtstexte.
- Gehostete Shop-Lösungen (zum Beispiel Shopify). Weniger Technikaufwand, dafür laufende Gebühren und Abhängigkeit vom Anbieter.
- JTL-Shop mit JTL-Wawi, wenn du Warenwirtschaft und Shop zusammen betreiben möchtest. Das passt gut, wenn Bestand, Versand und Aufträge zentral laufen sollen. Mehr dazu in meinem Beitrag JTL-Wawi und JTL-Shop: Stolpersteine.
Kombinieren statt entscheiden
Du musst dich nicht auf ein einziges System festlegen. Eine bewährte Aufteilung ist: eine Hauptseite oder ein Shop für die Leistungen und Produkte, daneben ein schlanker Blog als Inhaltsquelle, der auf die Hauptseite verlinkt. Ein Blog liefert Themen, die Menschen bei Google suchen, und führt sie auf die Seite, auf der du etwas anbietest. Der Aufwand ist überschaubar, weil jedes System das macht, wofür es gebaut wurde.
Rechtliches nicht vergessen
Unabhängig vom System gelten für Webseiten in Deutschland Pflichten, zum Beispiel:
- Impressum und Datenschutzerklärung sind Pflicht und müssen zur Seite passen.
- Cookie-Einwilligung: Sobald du Tracking, Einbettungen oder Schriften von Dritten nutzt, brauchst du in der Regel eine Einwilligungsabfrage.
- Onlineshop: Es gelten zusätzlich Widerrufsbelehrung, Preisangaben, Button-Lösung und weitere Vorgaben.
Das ist eine Übersicht und keine Rechtsberatung. Lass deine Texte im Zweifel prüfen.
Domain, Hosting und Eigentum
Unabhängig vom System solltest du die Domain immer auf deinen eigenen Namen registrieren und die Zugangsdaten selbst verwalten. Das klingt selbstverständlich, wird aber oft vergessen, wenn eine Agentur oder ein Bekannter die Seite einrichtet. Auch beim Hosting lohnt sich ein Blick auf Standort der Server, Backups und die Frage, ob ein Auftragsverarbeitungsvertrag angeboten wird. Das ist für die Datenschutzerklärung wichtig.
Suchmaschinen und Inhalte
Alle drei Systeme können in Suchmaschinen gut ranken, wenn die Grundlagen stimmen: sprechende Adressen, klare Überschriften, eine Sitemap, schnelle Ladezeiten und Inhalte, die echte Fragen beantworten. Plugins und Themes ändern daran wenig, wenn die Inhalte fehlen. Eine kleine Seite mit wenigen, guten Beiträgen ist oft wirksamer als eine große Seite mit dünnen Texten.
Kosten und Betrieb im Blick behalten
Rechne nicht nur mit den Kosten für den Start. Hosting, Domain, Erweiterungen, Updates, Backups und die Zeit für Pflege laufen jedes Jahr mit. Eine kleine Seite, die gepflegt wird, ist besser als ein großer Funktionsumfang, der niemanden interessiert.
Fazit
Für eine Firmenseite mit wechselnden Inhalten ist WordPress oft ein guter Standard. Für einen Blog, der schlank und schnell sein soll, ist Ghost eine gute Wahl. Wer verkauft, sollte früh über ein Shop-System nachdenken und Warenwirtschaft, Versand und Rechtstexte mitplanen. Am Ende zählt weniger das System als die Frage, ob du es dauerhaft pflegen kannst. Wenn du Hilfe bei der Auswahl oder beim Aufbau brauchst, findest du meine Kontaktdaten auf www.itsolon.com.